Chorwochenende Boitzenburg / Uckermark

Chorwochenende Boitzenburg / Uckermark

Bild Schlossanlage BoitzenburgSonne war vorhergesagt worden für das ganze Wochenende, etwas Ungewohntes in diesem bisher kühlen Frühjahr. Frohlockend fuhren wir also in den Frühling hinein gen Boitzenburg in der Uckermark. Es empfing uns, im Abendsonnenschein, eine riesige weiße Renaissance-Schlossanlage aus dem 17. Jahrhundert – bis 1945 im Besitz derer von Arnim und nun, seit den neunziger Jahren, als Kinder- und Jugendhotel genutzt.

Ein Blick aus dem Fenster des
zugewiesenen Zimmers verzauberte sofort – traumhaft, Park und See unmittelbar vor Augen. Wir fühlten uns im wahrsten Sinne des Wortes wie Schlossdamen und -herren. Speisen durften wir in der ehemaligen Bibliothek, einem lichtdurchfluteten Raum, der Ausblick auf die grazilen Schlosstürme bot: Wir waren eingeladen, an großen runden Tischen Platz zu nehmen und uns an dem reichen Angebot des liebevoll angerichteten Büfetts zu erfreuen.

Die Chorproben fanden im einstigen Rittersaal statt. Obwohl die Kantorin Cornelia Ewald sich wegen einer starken Erkältung nicht wohl fühlte und vor allem ihre Stimme schonen musste, vollbrachte sie das Wunder, nicht nur die Proben zu leiten und durchzustehen, sondern den Chor intensiv und nachhaltig voranzubringen; sodass sie und wir am Ende sagen konnten: Wir sind ein gutes Stück vorangekommen im „Messias“ von Georg Friedrich Händel, dessen Aufführung ja im September ansteht.

Cornelia Ewald gebührt für ihr Durchhaltevermögen Dank und Anerkennung. Trotz des straffen Programms hatten wir in der Mittagspause genügend Zeit, die Umgebung von Boitzenburg zu erkunden und durch den mit zigtausend Buschwindröschen geschmückten Wald zu streifen, der aussah, als habe sich eine Schneedecke über den Boden gebreitet. Wer nicht wandern wollte, hatte Gelegenheit, das Schloss und seine Geschichte und Architektur während einer Führung kennen zu lernen. Obschon wir tagsüber angestrengt probten, setzten wir uns dennoch am Samstagabend zu einem gemeinsamen Singen zusammen. Alle, die dabei gewesen sind, und das waren wohl die mei sten, haben dieses zwanglose, heitere, vergnügliche Miteinander-Musizieren genossen. Es war ein schönes Wochenende, bei dem man sich auch menschlich nähergekommen ist.

-CD

Fotos: Bettina Dessaules , 17./18.4.2010

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