Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus…

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus…

Probenwochenende in Waldsieversdorf

Um das Ereignis – die Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach am 28.März 2020 groß werden zu lassen, machte sich unser Chor im gerade angebrochenen Jahr für ein Wochenende zu intensiver Probenarbeit auf den Weg in die Märkische Schweiz, nach Waldsieversdorf, gelegen in günstiger Entfernung zu Berlin. Eine idyllische Gegend zum Wandern – rundum Seen; wir aber wollten ja hauptsächlich singen.

Unser Domizil war eine Jugendherberge – nicht gerade luxuriös, was aber weder der guten Stimmung noch der Freude am Singen abträglich war. Alles war in dankenswerter Weise von einigen fleißigen Mitsängerinnen und -sängern gut vorbereitet. Herzlichen Dank von uns allen!!!

Freitagabend dann schon die erste Probe.

Am nächsten Morgen kam gleich gute Stimmung auf bei Lockerungsübungen und Einsingen auf einer Wiese am See; es war kalt, aber sonnig. Für den Part des Aufwärmens und Sich-Begegnens haben wir einige Profis unter uns, denen es gelang, mit Humor und Schwung auch noch die letzte Müdigkeit zu vertreiben. Herzlichen Dank auch ihnen!

Unter Babettes bewährter Regie wurden anschließend auch noch die Stimmbänder blankgeputzt. Beim Einsingen dem Klang unserer Stimmen im Freien zu lauschen war für mich eine schöne Erfahrung. Es folgte wieder konzentrierte Probenarbeit, bei der Babette auf Sebastians bewährte Unterstützung zurückgreifen konnte. Wir sind froh und dankbar für seine nun schon so viele Jahre währende Begleitung unserer Chorarbeit. Als hilfreich empfand sicher nicht nur ich Babettes erklärende Worte zur Johannes-Passion, ihre Hinweise zum Verständnis der Texte aus dem Johannes-Evangelium, die oft hart und bedrückend wirken. Aber letztlich bewirkt die wunderbare Komposition Bachs, dass auch die Worte des Evangeliums dem Hauptgedanken des Gesamtwerkes von Liebe, Licht und Erlösung dienen. Da Singen trotz aller Anstrengung der Stimmbänder und der Anforderung an die Konzentrationsfähigkeit viel Freude macht, hielten wir alle gut durch, bis der wohlverdiente Abend mit leckerem Essen und der Vorfreude auf ein lockeres geselliges Beisammensein in greifbare Nähe
rückte.

Eine gute Stimmung lag schon die ganze Zeit über in der Luft, aber unser geselliger Abend mit gelungenen Überraschungen, viel Humor und tollen Einlagen war nochmal etwas Besonderes. Was in diesem Chor so alles schlummert (außer guten Stimmen)! So viele Talente, soviel Lebenslust,I deenreichtum und Power! Es gab viel zu lachen und viel zu staunen. Nach einer bravourösen Tanzperformance tanzten alle. Insgesamt ein munteres Beisammensein.

Am darauffolgenden sonnigen Sonntagmorgen nach dem Frühstück wieder die muskulären, kognitiven und stimmlichen Herausforderungen auf der Wiese am See, bevor uns Bachs Musik erneut in ihren Bann zog. Wir hatten das Glück, an diesem Vormittag auch noch aus Margaretes berufenem Mund einen interessanten Vortrag zum Johannes-Evangelium, zu seinen historischen und interpretatorischen Hintergründen hören zu können.

Mit dem Eindruck, viel dazugewonnen zu haben, sowohl hinsichtlich der Notensicherheit als auch der Freude über ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl in unserem Chor bin ich nach Hause gefahren. Ich denke, allen anderen ging es genauso.

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